01.-05.03.2012: Internationale Studientagung „InterncoNEcTion in Diversity“

Die 2. Internationale Studientagung mit dem Titel „InterconNEcTion in Diversity … We should hang out somtime!“ ist in Vorbereitung.

Internationale Jugendarbeit ist einer unserer Arbeitsschwerpunkte. Seit fast zehn Jahren pflegen wir die Partnerschaft mit der Slowakei. Darüber hinaus veranstalteten wir in den vergangenen Jahren immer wieder Internationale Jugendbegegnungen, Treffen auf verschiedenen Ebenen und wir beteiligten uns an Projekten und Maßnahmen unserer Partner. Im Jahr 2010 waren wir auch Ausrichter einer Studientagung mit fünf Ländern. Unter dem Themenschwerpunkt Intercultural Competence tauschten sich die TeilnehmerInnen über Voraussetzungen zum interkulturellen Dialog aus. Dabei entstand der Wunsch nach einer Fortsetzung dieser Treffen und einem Ausbau der Partnerschaften. Deshalb plant das hauptamtliche Team des Bezirksjugendrings jetzt ein Nachfolgeseminar. Das Projekt „InterconNEcTion in Diversity” ist ein multilaterales Seminar für ehren- und hauptamtliche Akteure der interkulturellen Jugendarbeit (max. 50 TeilnehmerInnen). Es findet von 01.-05. März 2012 im Tower in Oberschleißheim statt. Organisiert wird das Seminar vom Bezirksjugendring Oberbayern in Einbeziehung der Partner aus der Slowakei, Polen, Schweden, Italien und Spanien.

Die geplante Multiplikatorenschulung knüpft an dem im internationalen Seminar 2010 ermöglichten Dialog und fachlichen Austausch an und greift die formulierte Forderung nach qualitativer Weiterentwicklung der interkulturellen Bildung und der Projekte, ihrer Akteure und Fachkräfte auf. Das Bildungskonzept „Betzavta“ und sein Einsatz in interkulturellen Kontexten stehen im Mittelpunkt. In drei thematischen Modulen werden Grundlagen des Konzepts vermittelt und praktische Methoden angeleitet, die ein demokratisches Miteinander und partizipative Arbeit mit Jugendlichen fördern.

Alle internationalen Partner sind in die Planung und Gestaltung des Seminars eingebunden. So entsteht ein internationales Programm, in dem die Methodik des „Betzavta“-Ansatzes praktisch und künstlerisch aufgegriffen wird. Umsetzung und Möglichkeiten in internationalen Projekten im Programm YOUTH IN ACTION werden erarbeitet und die Konsequenzen auf didaktischer Ebene reflektiert. Ergebnis sollen klare Umsetzungsstrategien und neue Projektideen sein.

Termin: 01.-05. März 2012
Ort: Jugendbegegnungsstätte am Tower in Oberschleißheim
Partner:

  • Deutschland: KJR Freising; IG Feuerwache (München)
  • Italien: EducArte (Siena)
  • Spanien: IEPLA (Madrid)
  • Schweden:  Jugendrat der Stadt Nyköping (Nyköping)
  • Polen: The Secretariat for Youth of the Westpomeranian Region (Westpommern)
  • Slowakei: RMTK (Trnava)

Unterstützt vom Förderprogramm YOUTH IN ACTION der Europäischen Union.

Hintergrundinfos zu BETZAVTA

Das Bildungsprogramm „Betzavta“ (dt.: Miteinander) wurde 1988 am Jerusalemer Adam Institute for Democracy and Peace entwickelt und 1995 vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) an der Universität München für die Anwendung in Deutschland adaptiert. Es handelt sich um ein Konzept der Demokratiebildung. Bei Betzavta geht es um das Erlernen und Begreifen eines gleichberechtigten Umgangs miteinander, insbesondere in einer von kultureller Vielfalt geprägten Gesellschaft. Zentrales Anliegen ist es, dem Einzelnen und der Gruppe Kompetenzen zur vermitteln, die die Akzeptanz und gleichberechtigte Teilhabe aller Beteiligten an Entscheidungsprozessen ermöglichen. Übertragen auf die Jugendarbeit – zumal auf die internationale – bedeutet dies aber auch die Auseinandersetzung und eigene Verortung als Team und Teammitglied in Hinblick auf eine partizipative Arbeit mit Jugendlichen. Ein weiteres wichtiges Element ist die Vermittlung von Methoden für eine bedürfnisorientierte und kreative Konfliktlösung in Gruppenprozessen. Da in Konflikten auch scheinbar unvereinbare, da sich widersprechende, Interessen und Bedürfnisse zu Tage treten können, stellt Betzavta mit der sog. Konflikt-Dilemma-Methode ein zentrales Instrument vor, wie eine Gruppe auch in scheinbar unlösbaren Situationen entscheidungs- und damit handlungsfähig bleibt; und dies unter demokratischen, partizipativen und konstruktiven Kriterien. Dabei geht es weniger um Wissenserwerb. Eine demokratische Werteorientierung und das daraus resultierende Verhalten bilden sich vorrangig durch Interaktionserfahrungen mit anderen Menschen. Betzavta ermöglicht eine Vielzahl solcher Erfahrungen, da in spielerischen und interaktiven Übungen ein sozialer und zugleich geschützter Lernraum zur Reflektion des eigenen Handelns und der eigenen Haltung geschaffen wird. Im Rahmen der Internationalen Studientagung kommen Betzavta-Übungen zum Einsatz, die einerseits eine grundlegende Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung – als Pädagoge/in, als Teamer/in in der Jugendarbeit und im Kontext internationaler Begegnungen – ermöglichen und die andererseits darauf abzielen, einen gemeinschaftlich getragenen, partizipativen Ansatz in der Jugendarbeit zu formulieren und zu erproben. (Tina Dürr)