PARTIZIPATION – Schwerpunktthema 2012

Der Bezirksjugendring Oberbayern legt sein Augenmerk im Jahr 2012 auf das Thema Partizipation. Geplant sind Fachtagungen zum Schwerpunktthema und die Erprobung neuer Methoden zur Förderung der Teilhabe der Teilnehmenden bei Seminaren. Eine Dokumentation wird die Ergebnisse zusammenfassen.

In unterschiedlichsten Facetten ist der Begriff Partizipation in aller Munde. Aber was bedeutet Partizipation eigentlich? Es ist ein mehrdimensionaler und vielschichtiger Begriff. Er umfasst in der Kinder- und Jugendarbeit die Einbeziehung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei allen Ereignissen und Entscheidungsprozessen im Sinne von teilnehmen, teilhaben, seinenteilgeben und innerer Anteilnahme.
Die Formen von Teilhabe können von Fehlformen wie Fremdbestimmung und Alibi-Teilnahme über echte Beteiligung durch Teilhabe, Mitwirkung und Mitbestimmung bis hin zur Selbstbestimmung und Selbstverwaltung gehen. Ob echte Teilhabe bei einem Projekt für Kinder und Jugendliche möglich wird, entscheidet sich bereits in der Phase der Planung und Vorbereitung von Veranstaltungen. Denn entscheidend ist die Denkweise und Grundhaltung des Teams zu Partizipation. In der Praxis der Kinder- und Jugendarbeit ist Partizipation ein beliebtes Schlagwort. Diese bei jungen Menschen zu fördern, schreiben sich viele Projekte als Ziel auf die Fahne. Doch Partizipation bedeutet mehr als mitmachen!
In den UNO-„Konventionen über die Rechte des Kindes“ von 1989 wird Kindern und Jugendlichen das Recht auf Schutz, Grundversorgung und Beteiligung (Protection, Provision, Participation) zugesprochen. Das grundsätzliches Problem dabei ist, dass insbesondere für die Beteiligung weder verbindliche Richtlinien gefunden wurden, noch gewollt werden. So obliegt es jedem Einzelstaat, den Umfang und die Art der Beteiligung zu gestalten.
Der Bezirksjugendring Oberbayern stellt sich 2012 die Frage: „Wie ist es um die Mitwirkung junger Menschen in Oberbayern wirklich bestellt?“ Welche Möglichkeiten werden ihnen derzeit in ihren Lebensfeldern geboten und wie sieht das tatsächliche Partizipationsverhalten der Kinder und Jugendlichen aus? Dabei sollen Einflussfaktoren identifiziert werden, die darüber entscheiden, ob junge Menschen in Städten und Gemeinden, in der Schule, im Jugendverband,… mitwirken. Wie konkrete Beteiligungsvorhaben mit jungen Menschen entwickelt und durchgeführt werden können, welche Qualitätskriterien als Basis dienen, was beim Management von Partizipationsprojekte zu beachten ist und welche Erfahrungen aus erfolgreichen Projekten übernommen werden können – diesen Fragen widmen sich die Internationale Studientagung, eine Fachtagung für MitarbeiterInnen in der Kinder- und Jugendarbeit, und der inhaltliche Teil der Bezirksjugendrings-Ausschüsse mit den ehrenamtlichen Delegierten.
Bei den Veranstaltungen des Bezirksjugendrings mit Kindern und Jugendlichen, wie z.B. den Oberbayerischen Kinderzirkustagen „Manege frei!“, bei „DeMO“ – Demokratie- und Medienwerkstatt Oberbayern, dem SMV-Bezirksseminar und Campo Solare – Internationale Jugendbegegnung wollen wir selbst Bewährtes prüfen, neue Methoden der Partizipation erproben und diese evaluieren. In den nächsten Ausgaben von InUmÜberOberbayern stellen wir interessante Praxisbeispiele vor.

Am 15. Juli 2012 lädt der Bezirkstagspräsident Josef Mederer die VertreterInnen der oberbayerischen Jugendverbände und Jugendringe zum Sommerempfang ein. Eine tolle Gelegenheit, um mit Politikern ins Gespräch rund um Partizipation zu kommen und konkrete Anliegen an die Politik zu formulieren.