Rückschau: Exkursion zur interkulturellen Öffnung & Kommunikation „Mitfahren: Multikulti in Berlin!“

Ein spannendes Angebot fand viele interessierte Teilnehmende! Die Plätze für die Exkursion nach Berlin vom 2.- 4.Dezember 2011 waren innerhalb kürzester Zeit vergeben. 16 Multiplikatoren aus Oberbayern bekamen damit die Gelegenheit, sich in der Hauptstadt neue Anregungen für die Kinder- und Jugendarbeit im Bereich interkulturelle Öffnung zu holen.

Die interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit war im Jahr 2011 nochmals mit dem Projekt „Spring über Deinen Schatten!“ ein wichtiges Thema für den Bezirksjugendring Oberbayern. Im Rahmen des Projektes förderte der Bezirksjugendring Oberbayern die Exkursion und finanzierte für die Teilnehmenden die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung und Programm.

Die Berlinfahrt bot die Möglichkeit, vor Ort einen Einblick in spannende Projekte aus der interkulturellen Integrationsarbeit für Kinder und Jugendliche zu gewinnen. Nach der Anreise mit der DB besuchte die Gruppe am Freitag Abend das Zirkuspädagogikprojekt „Grenzkultur shake!“ am Berliner Ostbahnhof. Die Teilnehmenden der Exkursion erhielten einen Einblick in gerade laufende Zirkuskünste-Workshops, bekamen ein informatives Feedback zu Arbeitsweisen und Erfolgen der Zirkusakademie vom Trainer Michael Pigl. Begleitet wurde der Abend von auflockernden Spielen, die das Kennenlernen förderten und nach der langen Zug-Anreise sehr gut taten.

Der Samstag begann mit einer Vorstellung des Projektes „Cultures Interactive e.V.“, dessen Fokus auf Integration, Gewaltprävention und Rassismusprävention liegt. Besonders intensiv diskutiert und für gut befunden wurden der Peer-to-Peer-Ansatz der „Cultures“, bei dem versucht wird, für Jugendliche Ansprechpartner zu finden, die selbst in bestimmten Jugendkulturen verwurzelt sind und dafür begeistern können. Spannend war auch die Nachbetrachtung eines mehrjährigen Projekts im ländlichen Ostdeutschland und die abschließende Diskussion über Image und Bewertung verschiedener Jugendkulturen und -bewegungen.

Die nachmittägliche Führung durchs multikulturelle Kreuzberg – ein mit Migration gewachsener, moderner Stadtteil – fand wegen Regens und Eiseskälte in einem anatolisches Café am Kottbusser Tor ihren Abschluss – die Gruppe erfuhr aber auch so viel über die Entwicklung des „Zuwandererviertels“. Am Sonntag führte Sven Kirschke  vom „Zentrum für interreligiösen Dialog e.V.“ durch Berlin-Moabit, versehen mit einigen aufschlussreichen Informationen über die Zuwanderungsgeschichte und kulturelle Struktur des Stadtteils, bevor mit einem Besuch im „Haus der Weisheit“ – islamisches Kulturzentrum und Moschee – der inhaltliche Teil der Berlinfahrt abgeschlossen wurde und es zurück nach München ging, voller neuer Impulse und Ideen für die Jugendarbeit. (Eva Geiger)